Vivianithain trägt zusammen, was sich zu beiden Spurenelementen belegen lässt: Proteinnamen, Analysenwerte aus Lebensmitteln und die Zeilen, die das europäische Register jeweils einzeln führt.
Zur LesehilfeDie Lesehilfe versammelt die Proteintabellen, die Zufuhrzahlen und die Fundstellen, die auf dieser Seite nur angerissen sind. Beide Mineralstoffe laufen darin in getrennten Kapiteln, mit eigener Tabelle und eigener Fundstelle.
Digitale Ausgabe zu Selen und zu Zink, 44 Seiten, PDF. Auslieferung an die bei der Bestellung angegebene Adresse.
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Die beiden Karten stehen nebeneinander, weil sie nacheinander gelesen werden sollen — nicht, weil sich ihr Inhalt zusammenfassen ließe. Jede Karte nennt am Ende den Satz, den die Europäische Kommission für genau dieses Element freigegeben hat.
Selen gelangt als Selenocystein in eine begrenzte Zahl von Proteinen. In Zellen des lymphatischen Gewebes sind davon vor allem SELENOK in der Membran des endoplasmatischen Retikulums, MSRB1 im Zytosol der Fresszellen und die Thioredoxinreduktase 1 beschrieben. Alle drei tragen ihr Selenatom an einer festen Stelle der Kette; ausgetauscht wird es dort nicht.
Der Nährstoffbezugswert der EU-Kennzeichnung liegt bei 55 µg je Tag. Paranuss, Thunfisch, Innereien und Getreide aus selenreichen Böden stehen in den Analysenreihen weit oben; pflanzliche Erzeugnisse folgen dabei dem Selenvorrat des Anbaubodens.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Das Thymusepithel gibt ein Nonapeptid ab, das die ältere Literatur als facteur thymique sérique führt und das heute Thymulin heißt. Seine Aktivität im Testansatz hängt daran, ob ein Zinkion an das Peptid gebunden ist. Die Aminosäurefolge bleibt dieselbe; messbar wird das Molekül erst mit dem Metall.
Für Zink nennt die EU-Kennzeichnung 10 mg je Tag. Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne und Hartkäse führen die Analysenreihen an; bei Getreide und Hülsenfrüchten senkt der Phytatgehalt den tatsächlich aufgenommenen Anteil gegenüber der Tabellenzahl.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die beiden Elemente dieser Seite treffen sich in keinem gemeinsamen Enzym. Selen sitzt in einer überschaubaren Gruppe von Proteinen, deren Kette an genau einer Position Selenocystein trägt. Zink sitzt als Ion in Bindungstaschen — mal in einem Enzym, mal in einem Peptidhormon, mal in einem Ableseprotein. Wer beides in einen Satz zieht, verliert genau diesen Unterschied.
Diese Ausgabe führt deshalb zwei getrennte Stränge. Der eine folgt dem Selen bis in Proteine, die in Lymphozyten und Fresszellen nachgewiesen sind. Der andere folgt dem Zink bis in ein Peptidhormon des Thymusgewebes. Am Ende jedes Strangs steht eine Formulierung, die die Europäische Kommission für dieses eine Element freigegeben hat — und keine, die beide zugleich meint.
Was zwischen diesen beiden Endpunkten steht, ist Fachliteratur: Proteinnamen, Messverfahren, Bezugswerte. Sie wird hier bewusst nicht als amtliche Angabe ausgewiesen. Die amtlichen Angaben sind gerahmt und stehen jeweils unter dem Element, zu dem sie gehören.
Thymulin besteht aus neun Aminosäuren und wird von den Epithelzellen des Thymus abgegeben. In der biochemischen Literatur wird es als das erste beschriebene Peptid geführt, dessen Aktivität im Reagenzglas vollständig an ein gebundenes Metallion gekoppelt ist: ohne Zink zeigt derselbe Peptidstrang im Testansatz keinen Ausschlag, mit Zink zeigt er ihn wieder.
Gemessen wurde das historisch am sogenannten Rosettentest, bei dem sich Lymphozyten unter bestimmten Bedingungen an Fremdzellen anlagern. Der Test ist heute durch Antikörperverfahren abgelöst, wird in Übersichtsarbeiten aber weiterhin als der Befund zitiert, an dem die Zinkabhängigkeit dieses Peptids zuerst sichtbar wurde.
Für den Bezug zwischen Zink und dem Immunsystem führt die Europäische Union eine einzelne Zeile. Sie lautet unverändert: „Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
SELENOK ist ein kleines Protein mit einem einzigen Selenocysteinrest nahe dem Kettenende. Es liegt in der Membran des endoplasmatischen Retikulums und wird in Arbeiten zur Zellbiologie zusammen mit der Palmitoyltransferase DHHC6 genannt: die beiden bilden einen Komplex, über den weitere Membranproteine ihre Fettsäureanker erhalten. Zu diesen Zielproteinen zählt der Inositoltrisphosphat-Rezeptor, über den Calcium aus dem Retikulum in das Zytosol der Lymphozyte gelangt.
Ein zweites Selenoprotein desselben Gewebes ist MSRB1. Es setzt oxidiertes Methionin in Proteinen wieder in seine ursprüngliche Form zurück und wird vor allem im Zytosol von Fresszellen beschrieben. Die Thioredoxinreduktase 1 schließlich hält das Thioredoxinsystem in reduziertem Zustand und wird in Teilungsversuchen an Lymphozyten regelmäßig mitgemessen.
Auch für Selen führt das Register genau eine Zeile zu diesem Bereich. Sie steht hier ebenso unverändert und getrennt von der vorigen: „Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Die Namen SELENOK, MSRB1, Thymulin oder DHHC6 kommen im Anhang der Verordnung nicht vor. Der Anhang nennt Elemente, nicht Proteine. Er beschreibt auch keinen Wirkungsweg, sondern gibt eine Formulierung vor, die ein Erzeugnis unter bestimmten Bedingungen tragen darf.
Diese Bedingung ist eine Mengenschwelle: Nur wenn ein Lebensmittel eine signifikante Menge des betreffenden Elements im Sinne der Nährwertkennzeichnung enthält, darf die zugehörige Zeile darauf erscheinen. Die Schwelle selbst steht nicht in der Verordnung 432/2012, sondern in der Kennzeichnungsverordnung, auf die sie sich bezieht.
Die ausführliche Fassung dieser Abschnitte, mit Tabellen zu beiden Elementen und einem Frageteil, steht in der Lesehilfe.
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